ADHS-Coaching-Netzwerk

ADHS-Coaching – neuer Blick auf ADHS

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ADHS-Coaching-Netzwerk e. V.
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22339 Hamburg

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Zu meiner Person und zum Entstehen dieser Beiträge:

Ich, Elke Kröhner, arbeite seit 10 Jahren als selbständiger ADHS-Coach und begleite Menschen in schwierigen Situationen im Rahmen der Alltagsassistenz.

Wie meine Kollegin Petra Boege bereits beschrieben hat, gibt es in den Sozialen Netzwerken viele Diskussionen und praktische Tipps zur aktuellen Lage.

Deshalb hatte ich die Idee, etwas andere Gedanken zum Thema “Corona” und AD(H)S niederzuschreiben und vielleicht die Zeit aktiv zu nutzen. Wir haben darüber diskutiert, wie und ob… und das, was Sie hier lesen, ist dabei rausgekommen. 

Sofern es uns möglich ist, wollen wir das weiterführen und vielleicht beteiligen sich auch noch andere Kolleginnen und Kollegen…

Den Hyper-Fokus aktiv nutzen!

Ich möchte Mut machen, die sonst manchmal als so „störend“ empfundenen Verhaltensweisen im Hyper-Focus bewusst wahrzunehmen und aktiv zu nutzen. Im Coaching versuche ich dies mit meinen Klienten individuell zu erarbeiten. Da Sie im Moment vielleicht die Zeit haben, bietet sich die Möglichkeit, über diese Plattform einen Selbstversuch zu starten.

In diesem Fall, sozusagen als Pilotprojekt, aktiv geplant und eingesetzt.

Ob sich das nun auf Bastelarbeiten oder die Recherche am PC bezieht – sich da hineinvertiefen können und den Rest der Welt (fast) vergessen, ist in diesen Zeiten eine wertvolle Ressource und ermöglicht eine Pause inmitten der Katastrophennachrichten.

Was meine ich mit Pilotprojekt?

Sie sehen Ihr Handeln aus einer anderen Perspektive:

  • Im Hyperfokus erleben Sie gewöhnlich, dass Sie sich mit anderen Dingen beschäftigen, als Sie sollten oder wollten. Nun nehmen Sie bewusst wahr, dass Sie abschalten und Ihre Sorgen und Nöte nicht mehr wahrnehmen.
    => Sie haben eine Auszeit gewonnen!
  • Sie nehmen bewusst wahr, welchen Nutzen Sie aus dem Hyper-Fokus ziehen.
  • Falls er sich nicht herstellen lässt: Versuch der Beobachtung, was sonst dazu führt, dass Sie dahin kommen.
  • Sie erleben Erfolg bei der Steuerung und des bewussten Einsetzens von Strategien.

Der Gedanke ist, zum einen sich ganz bewusst mit etwas zu beschäftigen, womit wir ansonsten Zeit verlieren. Dies aber in einem Rahmen, den Sie sich vorher stecken.

Da Sie im Moment, wie für viele von uns, keinen Zeitdruck haben, können Sie diesmal ganz entspannt versuchen – wenn es nicht gleich klappt, ist das auch ok, dann haben Sie eine Auszeit genommen…

Also, wozu haben Sie Lust? Was machen Sie sehr gerne, verlieren sich aber oft darin?

Wieviel Zeit möchten Sie sich heute dafür geben?

Sorgen Sie für ausreichend Essen und Trinken und stellen Sie sich den Wecker oder lassen Sie sich anrufen, wenn sie spätestens enden möchten.

Wenn der Wecker klingelt – was ist passiert?

Konnten Sie sich hineinversetzen?

ACHTUNG!!

Sofern Sie wissen, dass Sie für gewisse Tätigkeiten ein Suchtverhalten entwickelt haben, prüfen Sie genau, ob es für Sie gut wäre, diese (wieder) zu intensivieren. Hier gilt es zu überlegen, ob Sie andere Strategien nutzen können.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Ausprobieren“
Viel Erfolg und bleiben Sie gesund!

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Für Dahinter-Blicker:

Was passiert im Hyperfocus? Wie ist diese Funktion einzuordnen?

Lesen Sie hier weiter!

Hallo! Mein Name ist Petra Böge. Ich bin systemisch-therapeutische und AD(H)S-Coach für Erwachsene in Kiel.

Üblicherweise arbeite ich fast ausschließlich im direkten Kontakt, wo es leichter ist, Vertrauen aufzubauen und herauszufinden, was der einzelne Mensch, der zu mir kommt, tatsächlich gerade braucht. Das ist zurzeit nur nicht möglich. Deswegen die Idee, diese Seite etwas zu beleben. 

Allgemeine und konkrete Tipps zum Tagesablauf finden Sie in diesen Tagen in vielen sozialen Netzwerken und im Internet, wo man sich mit der Beratung von Menschen mit AD(H)S beschäftigt. Daher tu ich das nicht auch. Aber natürlich ist das Thema Tagesablauf DAS Thema jetzt. Selbst die, die arbeiten, sind auf Grund der Kontaktbeschränkungen häufiger zu Hause als üblich. Die, die  – genau wie ich – nicht systemrelevant sind, sind noch viel mehr zu Hause. Daher ist die zentrale Frage dieser Tage natürlich: Wie gestalte ich meinen Tagesablauf? 

Diese Frage stellen wir uns, weil Struktur uns Sicherheit gibt. Ohne Struktur sind wir verwirrt. Verwirrung führt zu Unsicherheit und das zu einer erhöhten Symptomatik. Das führt wiederum zu verwirrenden und verunsichernden Situationen und das wiederum ……. (Wenn ich „wir“ und „uns“ schreibe, dann deshalb, weil ich im Jahr 2012 selbst eine ADHS-Diagnose bekommen habe und das meiste, wovon ich hier schreibe, also aus eigenem Erleben kenne.)

Deshalb versuchen wir derzeit alle, vor dem Hintergrund der Corona-Krise Struktur in unseren sich laufend verändernden Alltag zu bringen. Eine Bitte, die mir dabei ganz wichtig ist: Seien Sie nicht zu streng mit sich, wenn Dinge nicht beim ersten Mal funktionieren oder sich für Sie als gar nicht praktikabel erweisen: das würde nur den Druck erhöhen. Und Druck sind wir von außen zurzeit beileibe genug ausgesetzt. Seien Sie sich bewusst, dass es eben nicht nur um die Gestaltung des Tagesablaufs geht und darum, dass Sie das hinkriegen. Nebenher laufen ja auch unsere Sorgen weiter: um unsere Gesundheit und die unserer Nächsten, vielleicht entstehen finanzielle Sorgen durch die Einschränkungen etc.

Also nochmal: Wie gestalte ich meinen Tagesablauf so, dass ich einigermaßen damit okay bin? Um diese Frage beantworten zu können, brauchen wir Klarheit. Klarheit steht am Anfang von allem. Beobachten Sie sich die nächsten Tage einfach mal. Konzentrieren Sie sich auf das, was funktioniert bzw. auf das, womit Sie zufrieden sind. Immer, wenn Sie mit einer Situation, mit etwas, was Sie getan oder gelassen haben, zufrieden sind, dann deshalb, weil Sie Klarheit darüber hatten. Weil Sie genau wussten, was Sie wollten. Das ist zunächst überraschend, denn oft läuft das nicht ganz bewusst ab. Holen Sie sich das, was funktioniert, in Ihr Bewusstsein. Machen Sie, wenn möglich, mehr davon. In diesen Tagen geht es nicht darum, sich neu zu erfinden. Es geht darum, durch diese Zeit so gut wie möglich durchzukommen. Und vieles lässt sich dann auf Situationen übertragen, die noch schwierig sind.

Ein Beispiel aus meinem Alltag: ich habe das Glück, einen Garten zu haben. Dort verbringe ich, selbst bei schlechtem Wetter, gern einige Stunden und puzzle dort herum, obwohl der Boden und der Kleiderschrank dringend aufgeräumt werden müssten. Niemand braucht mir zu sagen, dass gemäht oder ein Beet gejätet werden muss. Ich sehe es selbst und habe das Bedürfnis, es zu tun. Also mache ich das zurzeit so oft ich Zeit finde. Darum geht es in diesen Tagen. So häufig wie möglich das tun, wohin es uns wirklich zieht. Damit wir auch für das Kraft haben, was wir in diesen Tagen noch tun müssen und was wir nicht so gern tun.

Mir ist bewusst, dass solch ein Text bei weitem nicht alle Themen und Bedingungen, denen wir uns zurzeit ausgesetzt sehen, berücksichtigen kann. Falls Sie das Bedürfnis haben, persönlich mit mir Kontakt aufzunehmen, finden Sie die notwendigen Kontaktdaten hier:

Homepage:

https://boegecoaching.jimdosite.com

Instagram: @meinankerplatz_coaching 

Facebook: Petra Böge

Kommen Sie gut durch diese Zeit! Bleiben Sie gesund!

Ihre 

Petra Böge

vom AD(H)S-Coaching-Netzwerk